Technik  Dinge, die uns brauchen

Ein haptisches Erlebnis: der Kindle Touch

Medien | Prüfbericht: Thomas Vašek | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Neue Technologien schaffen neue Gewohnheiten. Wer längere Zeit ein Touchscreen-Gerät benutzt hat, will das berührungsempfindliche Display nicht mehr missen. Der fängt irgendwann unwillkürlich an, auf jedem Bildschirm herumzuwischen. Insofern war es nur eine Frage der Zeit, bis Amazon seinen Kindle Reader in einer Touch-Version herausbringt.

Nun werden orthodoxe Buchleser sagen: Wozu brauche ich den Schnickschnack? In einem Buch aus Papier tippe ich ja auch nicht mit den Fingern herum! Der durchschnittliche Leser braucht auch keinen Touchscreen. Wer aber mit Büchern arbeitet, darin Notizen macht, der wird die Vorteile zu schätzen wissen.

Eine Markier- und Notizfunktion gibt es zwar auch beim normalen Kindle, aber die Handhabung ist mühsam. So muss man erst mit der Pfeiltaste die Textstelle ansteuern, und mit der Minitastatur Notizen machen. Beim Kindle Touch (ab 129 Euro) tippt man einfach auf den Schirm, die Texteingabe erfolgt über virtuelle Tastatur. Natürlich funktioniert der Touchscreen beim Kindle Touch nicht so geschmeidig wie bem iPad. Aber das ist bei einem reinen Lesegerät auch gar nicht notwendig.

Über den Touchscreen bekommt man gleichsam physischen Kontakt zum Text, ähnlich wie beim Herumkritzeln in einem normalen Buch.

Und bald werden wir uns dabei ertappen, wie wir auch in normalen Büchern mit den Fingern Textstellen anklicken - und uns wundern, warum nichts passiert.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige