"Breitenwirkung ist Teufelswerk!“

Feuilleton | Porträt: Armin Thurnher | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Ohne Lothar Knessl wäre Wien ärmer. Für die Neue Musik haben hier wenige so viel getan wie er. Dieser Tage feiert die Ein-Mann-Instanz ihren 85. Geburtstag

Einerseits befinden wir uns im Café Prückel. Andererseits, wenn wir Lothar Knessl glauben, im Mittelbarock, einer ingesamt eher flachen Angelegenheit. "Nur dass damals ein riesiger Felsturm aus der Landschaft ragte, Johann Sebastian Bach.“ Knessl, ein freundlicher Herr im zur weißhaarigen Bürstenfrisur passenden weißen Strickpullover, spricht nicht von Geografie, sondern von Musik. Musik ist sein Lebensthema.

Nein, auch Knessl ist kein Turm, aber ein Fels, auf dem die Neue Musik in Wien gebaut ist: Kritiker, Vermittler, Organisator, Instanz.

Sein Alter glaubt man ihm keine Sekunde. Aber Lothar Knessl wurde tatsächlich am Karfreitag 1927 in Brünn geboren. Aus der Heimat vertrieben kam er in Wien mit Neuer Musik in Berührung, aus purer Neugier, nicht weil sie auf der Hochschule angeboten worden wäre. Ein Kammermusikkollege hatte


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