Wer hat Angst vor Gelb und Rot?

Feuilleton | Vorschau: Gerhard Midding | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Vom Yakuza-Film bis zum Romantik-Porno: Seijun Suzuki ist der große Stilist des japanischen B-Movie

Vor einigen Jahren wurde Seijun Suzuki zu einem der bestgekleideten Männer Japans gewählt. Für einen Regisseur ist das eine ungewohnte, aber keineswegs ehrenrührige Auszeichnung. So schwer es auch fallen mag, sich diesen wilden Bilderstürmer als soignierten älteren Herren vorzustellen - ein Bewusstsein für Stil und Eleganz hat seine Filme immer schon ausgezeichnet.

Erstaunlich ist diese Wahl nur insofern, als Suzuki lange Zeit als verfemt galt. 1967 wurde er von seinem Studio gefeuert, weil seine Filme dort als unverständlich galten.

Längst ist Suzuki rehabilitiert: als Inbegriff des eigensinnigen Genreregisseurs, dessen rüde lyrische Gangsterfilme von Regisseuren wie Quentin Tarantino, Takeshi Kitano und Wong Kar-wai bewundert werden und dessen Einfluss auf das Hongkongkino eines John Woo unverkennbar ist. Jim Jarmusch hat Suzuki in "Ghost Dog“ liebevoll plagiiert, und der in Sachen


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