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Feuilleton | Protokoll: Matthias Dusini | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Vier Ausstellungen zeigen das Porträt als Glutkern der Mediengesellschaft: Der Künstler Martin Guttmann analysiert

Das Image ist alles. Entschlossen blicken Politiker von Plakaten, Unternehmer strahlen Zuversicht aus. Die Benutzer und Benutzerinnen sozialer Netzwerke wiederum stellen sich im Internet als Vamps oder Pfundskerle dar; der Narziss in ihnen führt Regie.

Im Bildgenre Porträt kommt der Hang der Gegenwart zum Ausdruck, die Stilisierung der körperlichen Erscheinung über alles andere zu stellen - über Leistung, Werk, Bildung und Herkunft. In der Broadcast-yourself-Gesellschaft zählt der richtige Augenaufschlag.

Mehrere Ausstellungen in Wien geben derzeit über das Leben in einer medial verspiegelten Umwelt Auskunft. Martin Guttmann (55) zeigt in der Bawag Contemporary gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Clegg - beide zusammen bilden das Künstlerduo Clegg & Guttmann - eine Serie von Fotoporträts aus den 1980er-Jahren. Der Falter unternahm mit dem israelischen Künstler, der


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