Ein ertränktes Auto für einen erschlagenen Jungen

Feuilleton | Buchkritik: Sigrid Löffler | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Dea Loher befasst sich in ihrem Debütroman "Bugatti taucht auf“ mit einem unmotivierten Mord, der tatsächlich geschehen ist

Die Gegend um den Lago Maggiore ist ein geradezu paradiesischer Landstrich. Alles ist so schmuck und so geruhsam, das Klima so milde, die Landschaft so schön, der Wohlstand so maßvoll. Eine solche Idylle kann einem schon gehörig auf die Nerven gehen.

Jordi jedenfalls, der in Ascona ein Unternehmen für Unterwasserarbeiten betreibt, empfindet die Tessiner Atmosphäre mitunter als "gasig, lähmend, durchpestend“. Manchmal ertappt er sich bei der wilden Sehnsucht, "eine Springflut würde hervorbrechen und das ganze Tal überfluten und alle Häuser, alle Bewohner mit sich reißen und ertränken“.

Eine böse Sturmflut kommt dann auch tatsächlich aus heiterem Himmel und ruiniert um ein Haar Jordis Firma. Das größte Übel, das in dessen Welt einbricht, ist allerdings menschengemacht und trifft seine besten Freunde: Deren einziger Sohn, der Student Luca, wird während


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