Buch der Stunde

Ein Freier lässt die Hosen herunter

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Der kanadische Comickünstler Chester Brown ist ein Mann mit einer Mission. Er will der Welt erzählen, dass er Sex mit Prostituierten hat - und zwar ausschließlich mit Prostituierten -, und dass das okay so ist. "Ich bezahle für Sex. Aufzeichnungen eines Freiers“ ist ein entsprechend offenherziges Buch. Brown präsentiert sich darin nicht nur in seinen zahlreichen Selbstporträts nackt, er lässt in jeglicher Hinsicht die Hosen runter und legt dar, wie er zum leidenschaftlichen Freier wurde. Er tut es mit der Beflissenheit eines passionierten Buchhalters: "In diesem Buch sind alle Momente festgehalten, in denen ich für Sex bezahlt habe, sowie alle Prostituierten, mit denen ich bis einschließlich 2003 verkehrte.“

Am Anfang der Geschichte steht eine lange erotische Flaute. Chester Brown befindet sich in einer Beziehung, die in sexueller Hinsicht langsam entschlummert und sich zu einer Bruder-Schwester-Freundschaft entwickelt. Er befindet sich in einer Zwickmühle: Der Glaube an die


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