Stadtrand Urbanismuskolumne

Die Personalisierung öffentlichen Raums

Stadtleben | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Wir leben ja jetzt in dieser großen Community, in der wir, wenn schon nicht alles liken, dann zumindest alles sharen: vom scheingenialen Gedankenrülpser, den wir herumzwitschern, bis zu jenen Schnappschüssen, die uns sturzbetrunken beim Nasenbohren eingeschlafen zeigen und die unsere Witzboldfreunde auf Facebook & Co ausstellen. Zwar wird der Drang, das eigene Privatleben anderen aufs Aug zu drücken, durch digitale Medien und Gadgets befeuert - es gab ihn aber schon früher.

Analoge Beispiele: Polizeikommissariate, diverse Ämter, Behörden, Sekretariate mit Wänden, zugekleistert mit Fotos von Beamtengroßfamilien inklusive deren durchlebten Abenteuern. Plus: halbnackte David Beckhams und Pamela Andersons in gewagten Posen, die Rückschlüsse auf Helden- und Erotikfantasien zulassen. Ja, so sehen hierzulande Büros gerne mal aus. Warum aber vor allem an Orten mit Parteienverkehr, sprich im öffentlichen Raum? Warum nur muss man sich dort von Ehemännern, -frauen, Verlobten, Freunden, Exen und Kids anstarren lassen?! Lasst doch Gnade walten!


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