Pädagogenmangel, Länderwirrwar, Burn-out: Alltag in Wiener Kindergärten

Stadtleben | Nina Horaczek | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

:: Drei Quadratmeter "bespielbare Fläche“ sieht die "Wiener Kindertagesheimverordnung“ pro Kind vor, darin eingerechnet sind anteilig "Bewegungsräume“ oder auch eine Leseecke in der Garderobe. Für die Kindergärtnerinnen sieht das Gesetz keinen Quadratmeter Platz vor, ihnen bleibt nur, über den Kindern zu schweben. Zum Vergleich: Für die Haltung von Zuchtsauen sind 2,5 Quadratmeter pro Tier verpflichtend.

Der Kindergarten gilt als erste außerhäusliche Bildungsinstitution, wird aber von der Politik stiefmütterlich behandelt. Kindergärten laufen immer noch nicht unter dem Titel "Bildungsinstitutionen“, sondern gelten als "Betreuungseinrichtungen“. Dort kümmert sich eine einzige ausgebildete Pädagogin um 25 Drei- bis Sechsjährige und wird lediglich von einer 20-Stunden-Hilfskraft unterstützt, die auch noch Zusatzaufgaben wie Geschirrwegräumen übernehmen muss.

Aufgrund massiven Personalmangels sind nicht einmal alle nötigen Plätze mit ausgebildeten Pädagoginnen besetzt.


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