Wand der Entscheidung

Stadtleben | Lokalkritik: Florian Holzer | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Eine neue, schöne Bar in Margareten hat es im Moment nicht so leicht

Im Umfeld der Platzhirsche Stöger und Little Stage fällt die neue, kleine Bar Tabacchi eigentlich kaum auf. Zumindest jenen nicht, die angesichts dieses Symbols - dem weißen T in blauem Rechteck - keinen unmittelbaren Sehnsuchtsschock erleiden. Denn das Logo italienischer "Sali e Tabacchi“, Trafiken quasi, einst Ausgabestellen der monopolisierten Güter Salz und Tabak, ist unauffälliger, aber unverzichtbarer und wunderschöner Bestandteil des italienischen Straßenbildes. Es ist Teil des italienischen Alltags, der ein besserer ist als unserer. Klischee, ich weiß, macht nichts.

Matthias Haberl schraubte das kleine blau-weiße Schild an die Hausmauer, und signalisiert damit auch das Programm seines Lokals: unaufgeregte, unaufdringliche Atmosphäre, angenehme Getränke, ein Raum, der sich seinen Besuchern anpasst - Wesenszüge, die in Italien halt irgendwie ein bisschen selbstverständlicher sind als anderswo.

Haberl


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