Kritiken

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Wenn auf der Bühne das Massaker von Srebrenica im Mittelpunkt steht, kann das sehr laut und brutal sein, obwohl man still erzählt, die Bombenangriffe nur aus der Ferne erklingen lässt, die Schläge statt Menschen nur Tische und Stühle treffen, Kleidungsstücke als Leichenhaufen fungieren. Dem serbischen Regisseur Stevan Bodroža gelingt mit seiner Inszenierung von "Potocari Party - Erscheinungen aus dem silbernen Zeitalter“ des bosnischen Autors Almir Bašoviæ eine solch subtile Form des Erzählens. Alle kommen auf der Bühne zu Wort: Fatima (großartig: Ana Stefanovic-Bilic), die im Massaker Mann und Sohn verloren hat, in Srebrenica stationierte UN-Soldaten, bosnische Paramilitärs, das Rote Kreuz, ein Waffenhändler und der Autor des Stücks selbst. Ein schöner, berührender Abend.

Theater Nestroyhof Hamakom, Fr, Mi, Do 20.00


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