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Fünf Stunden Familie: ein Schauspielerfest

Lexikon | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Der Selbstmord des Vaters führt seine drei Töchter für ein paar Sommertage zurück in ihr Elternhaus nach Oklahoma, wo sie ihrer tablettensüchtigen Mutter sowie liebevoll gepflegten Lebenslügen begegnen. "Eine Familie“ (2007) von Tracy Letts liest sich wie der Remix eines Tennessee-Williams-Dramas. Form und Inhalt sind bekannt, nur der Sound wurde zeitgemäß aufgefrischt. Der lettische Starregisseur Alvis Hermanis lässt dem Stück viel Zeit, sich zu entfalten. Gleich zu Beginn dauert es fünf Minuten, bis das erste Wort fällt; insgesamt wird der Abend (zwei Pausen inklusive) knapp fünf Stunden dauern. Dass es dennoch eine recht kurzweilige Aufführung ist, liegt daran, dass die Schauspieler den Raum, den ihnen die Inszenierung lässt, ausfüllen. Nach genau einem Jahr Pause steht das sehenswerte Familientreffen nun wieder auf dem Spielplan. WK

Akademietheater, Sa 18.00


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