Tipp Pop

Sounds aus der Gitarre: Valeot Records feiert

Lexikon | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Der aus der Ukraine stammende, mit acht Jahren nach Österreich gekommene Musiker Alexandr Vatagin betreibt mit Valeot Records eines der spannendsten Labels im Land. Im Grenzbereich von Elektronik, Postrock und Pop agierend, ist Valeot naturgemäß mehr international orientiert und verfügt auch schon über Vertriebe in ganz Europa sowie Japan und den USA. Vatagin verfolgt das Ziel, mit der Musik, die Bands und Produzenten aus seinem Umfeld machen, weltweit möglichst viele Freaks zu erreichen. Die Acts auf Valeot kommen nicht nur aus Wien und Umgebung, sondern aus ganz Österreich sowie aus Italien, Deutschland und England.

Nun feiert das Label an zwei Abenden im Rhiz seinen vierten Geburtstag. Während der Dienstag mit Werner Kitzmüller und Protestant Work Ethic die postrockige Seite Valeots zeigt, ist der Montag Electronica gewidmet und bringt Auftritte von Attilio Novellino, der sein Album "Through Glass“ präsentiert, sowie Peter Kutin, dessen neues Album "Ivory“ heißt und hierzulande erstaunlicherweise noch kaum Echo erzeugt hat. Dabei ist Kutin, der auch dem Electronicatrio Dirac sowie dem Avantgardezirkel klingt.org angehört, ein kleines Meisterwerk gelungen. Er betreibt Soundforschung, aber das klingt irreführend, denn Kutin forscht vor allem nach Gefühl, Schönheit und Intensität in den Klängen. Man ist geneigt, seine mal ruhig fließenden, mal heftig brodelnden Stücke als Soundtracks ohne dazugehörige Filme zu bezeichnen. Dazu passt, dass der Wiener für das Filmarchiv tatsächlich auch Vertonungen von Stummfilmen anfertigt. Seine Stücke beginnen auf seinem Leibinstrument, der Gitarre, die danach durch den Laptop gejagt wird. Die Arbeitsweise erinnert an Fennesz. Dass Kutin sich hinter dem Elektronikmeister nicht zu verstecken braucht, spricht für seine Klasse. SF

Rhiz, Mo, Di 21.00


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