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Der Fall des Zaren in Mussorgskis Urfassung

Lexikon | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Am Ring wird "Boris Godunow“ erstmals in der ursprünglichen Version gespielt, die einst vom Mariisnky-Theater abgelehnt wurde, weil der Kommission eine weibliche Hauptrolle fehlte und ein Übermaß an Chorszenen moniert wurde. Also verfertigte Modest Mussorgski einen eigenen "Polenakt“, und nach seinem Tod wurde die Oper auch lange in der glättenden Bearbeitung Rimski-Korsakows gespielt, bevor sich die härtere, ungeschliffene "Originalversion“ durchsetzte. Doch in der "Urfassung“ rückt die tragische Figur des Zaren ganz in den Mittelpunkt. In dieser Neueinstudierung der Inszenierung von Yannis Kokkos singt Ferruccio Furlanetto wieder den Boris, es dirigiert der junge Tugan Sokhiev. Seit Puschkins Drama geht es um das "Unglück des moskowitischen Volkes“ und den ewigen Kreislauf der Macht, die schuldig und wahnsinnig macht. HR

Staatsoper, Fr, Mo 19.00


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