Kritiken

Das Jahr, in dem der Fortschritt stolperte

Lexikon | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Eine kenntnisreiche kulturhistorische Tiefenbohrung in das Jahr "1964“. Zu sehen sind Fotos und Filme, die die New Yorker World’s Fair dokumentieren. Gustav Peichls Österreich-Pavillon strahlte technoiden Optimismus aus, in Manhattan demonstrierten die Künstler gegen die hohe Mieten. Noch malten Zivilisationskritiker wie Robert Smithson modern bunt und zackig, während die gequetschten Skulpturen Bruno Gironcolis bereits das Krisenhafte des Fortschritts erahnen ließen. Einige Künstler wie Hans Hollein sind in Erinnerung geblieben, andere wie der in der Tradition konkreter Kunst arbeitende Erwin Thorn verschwanden von der Bildfläche - und werden nun in ein zeithistorisch stimmiges Umfeld gesetzt, das mit den üblichen Geiles-Panton-Sofa-Klischees bricht. Ein Schmankerl für die ebenfalls 1964 spielende TV-Serie "Mad Men“. MD

Georg Kargl Fine Arts, bis 28.4.


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