Kritik

Schwebende Haufen, stehende Bilder

Lexikon | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Wenn Kunstwerke an der Wand hängen, haben sie die andächtige Aura. Auf Tischen deponiert, sinken Gegenstände im Wert; sie könnten ja die Zutaten eines Pizzabäckers sein. Mit diesen mentalen Gewohnheiten beschäftigt sich die New Yorker Künstlerin Polly Apfelbaum, die in ihrer Ausstellung "Planiverse“ Farben in vielerlei, planer Gestalt zur Darstellung bringt. Sie walzt Plastilin zu kleinen Tafeln aus, schüttet Pulver zu Häufchen auf. Neben diesen auf Tischen arrangierten Objekten gibt es auch Bilder. Die Farbverläufe von Schwarz zu Rot oder von Braun zu Weiß haben keine Kanten - als wären sie Licht. Die Drucke liegen - besser gesagt schweben - auf dem Boden. So sieht man auch die an der Wand hängenden Streifenbilder mit anderen Augen. Sie scheinen zu stehen. MD

Galerie nächst St. Stephan, bis 19.5.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige