Glosse Frauen und Kinder

Die Frau: immer noch so hilflos wie beim Untergang der Titanic

Falter & Meinung | Ruth Eisenreich | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Seit 94 Jahren dürfen Frauen in Österreich wählen, seit 36 Jahren sind sie in der Ehe nicht mehr dem Mann untergeordnet und können ohne seine Erlaubnis arbeiten gehen, seit 14 Jahren dürfen sie zum Bundesheer. Da könnte man glatt denken, die Stellung der Frau hätte sich seit dem Untergang der Titanic verändert.

Aber nur so lange, bis man einen Zeitungsbericht aufschlägt, in dem es um einen Anschlag, einen Unfall, eine Naturkatastrophe geht. Da steht nämlich meistens, dass "Frauen und Kinder unter den Opfern“ wären. Was sagt uns das? Erstens, Männer sind als Opfer weniger "wert“ als Frauen. Zweitens, Frauen und Kinder fallen in dieselbe Kategorie: unschuldig, schwach, unmündig, daher besonders schützenswert. Vielleicht sollten Frauen ja auch beim Essen Lätzchen tragen und mit dem Dreirad in die Arbeit fahren. F


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