Hey, Schmerzensmann, wir sitzen doch im selben Boot

Politik | Rezension: Sibylle Hamann | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Der Schriftsteller Ralf Bönt hat ein Manifest für den Mann verfasst. Warum er darin den Feminismus als Feindbild sieht, bleibt unklar

Ralf Bönt ist gerade dabei, sich zu häuten. Er hat eine schwere Krankheit hinter sich, versucht, das Wichtige vom Unwichtigen im Leben zu trennen, hadert mit sich, ist auf der Suche nach Liebe. Echter Liebe. Und erfüllender Sexualität. Es ist eine aufregende, aufwühlende, schmerzhafte Phase, die dieser Mann gerade durchmacht. Aber weil er ein Schriftsteller ist und gut mit Sprache umgehen kann, hört man ihm dabei gern zu.

Zum Beispiel wie er erzählt, was alles falsch lief, als er zum ersten Mal Vater wurde. Wie er sich ausgeschlossen fühlte aus der Mutter-Baby-Symbiose. Die Scham, die Verletzung, die er empfand, als er zum Beobachter degradiert wurde. Wie er sich, wie so viele Väter, in Arbeit flüchtete, immer mehr Arbeit, um diese Scham auszuhalten, sich immer fremder wurde, bis er endlich wieder zu sich kam.

"Eines Tages kündigte ich die Bereitschaft,


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