Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Die Probleme auf den Tisch - mithilfe der "Wiener Charta“

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Wie verhärtet die Front zwischen autochthonen Wienern und Ausländern sein kann, zeigt ein geplantes Flüchtlingsheim in der Favoritner Zohmanngasse. Die Flüchtlingshelferin Ute Bock soll dort ab 1. Mai mit 80 Asylwerbern einziehen; doch das Vorhaben droht an heftigen, von der FPÖ angeheizten Bürgerprotesten zu scheitern.

Um, unter anderem, Probleme wie dieses in den Griff zu bekommen, hat die Stadt Wien das Projekt "Wiener Charta“ initiiert. Bürger hatten bis zum 1. April die Möglichkeit, ihren Unmut über Entwicklungen in der Stadt schriftlich oder telefonisch einzubringen; 1848 Meldungen sind eingegangen. Alle Einreichungen wurden nun zusammengefasst zu den drei Themenblöcken: "Raum“, "Haltung“ und "Verhalten“.

Unter "Haltung“ fallen Konflikte zwischen Einheimischen und Zuwanderern. Aufgebrochen sollen diese werden, indem sich zehn bis 20 Betroffene zusammensetzen und offen über ihre Ängste und Probleme diskutieren - mithilfe von zwei von der Stadt finanzierten Moderatoren. Ob das die Wogen in der Zohmanngasse glätten wird? Zumindest hat sich nun auch die ÖVP Favoriten ganz offen für das rot-grüne "Wiener Charta“-Projekt ausgesprochen. F


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