Enthusiasmuskolumne Diesmal: Der beste Froschwitz der Welt der Woche

"Fusilli, you crazy bastard! How are you?“

Feuilleton | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Seit 1970 zeichnet Charles Barsotti für den New Yorker Cartoons. Sein Wiedererkennungswert ist hoch, weil sein Strich so unverwechselbar reduziert ist, wie er sein Personal klein hält. Ein neuer Barsotti ist wie Heimkommen, man weiß, was wo steht und wie es funktioniert.

Oft sieht man in seinen Zeichnungen einen König, der entweder telefoniert ("This is Edward the Great. I don’t know any Edward the Weenie“) oder weinend auf der Couch eines Psychiaters liegt ("Albert the Great - what a joke“).

Überhaupt wird viel auf diesen Couchen gelegen, ein Bowlingkegel fragt: "Why me?“, ein Hund beklagt sich: "They moved my bowl.“ Dann sieht man wieder eine Nudel, eine Art Rigatone, telefonieren, die sich offensichtlich freut: "Fusilli, you crazy bastard! How are you?“ - das muss man natürlich laut und mit italoamerikanischem Akzent sprechen wie Joe Pesci in "Good Fellas“.

In Barsottis überschaubarem, wunderbarem Kosmos kommen auch regelmäßig kleine Hunde vor, einmal schimpft eine Frau mit einem, der ganz betrübt aussieht: "I’m not angry, I’m just very disappointed.“

Ein anderer Welpe steht vor Gericht, der Richter ist ein großer Hund, der sein Urteil spricht: "Not guilty, because puppies do these things.“

Vor kurzem nun hat Barsotti eine neue Spezies eingeführt, den Frosch. Einer telefoniert: "No, you didn’t wake me. I always sound like this.“

In einem anderen Szenario schwirrt einem Richter eine Fliege um den Kopf, neben ihm ein Frosch, dessen Blick gedankenverloren dem Flug der Fliege nachhängt, der Richter ermahnt ihn: "Bailiff“ (Gerichtsdiener).

Es ist der Cartoon der Stunde. Denn sind wir nicht alle Frösche im Frühling? Müde, abwesend, aber voller Erwartung auf das Kommende?

Tex Rubinowitz


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige