Ein Exzess mit Maß und Stil: das Märchen von Hans im Glück als Tragikomödie zum Tanzen

Feuilleton | Musikkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Die Geschichte geht so: Vlado Dzihan, einst Teil des Wiener Elektronikduos Dzihan & Kamien und zuletzt vor allem als Produzent seiner Frau Madita tätig, hatte eine Reihe vielversprechender Elektropop-Dancetracks auf der Festplatte, aber keine wirkliche Verwendung dafür.

Bei einem Konzert der eigensinnigen Kammermusikrockband Neuschnee lernte er deren Sänger Hans Wagner kennen, der auch eine Hälfte von Das Trojanische Pferd bildet. Dieser verwandelte sich in die Kunstfigur Hans im Glück, bereicherte Dzihans Tracks um Texte und Gesang und machte sie zu vollwertigen Popsongs zum gepflegten Durchdrehen.

Zum totalen Durchdrehen ist die eher smoothe als brachiale Musik von Hans im Glück nur bedingt geeignet. Der Held dieser Geschichte macht zwar gerne einen drauf, wie das lebensbejahende Partyvideo zu "Schwing mit“ belegt, doch führt der aufgelegte Vergleich mit Deichkind in die Irre.

Bei Hans im Glück geht es nicht um Kindergeburtstage auf Drogen, Übermaß und immer mehr, sondern um


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