Father of Loud

Feuilleton | Nachruf: Andrea Maria Dusl | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Der Elektrotechniker, Musikalienhändler und Drummer James "Jim“ Marshall (1923-2012) hat dafür gesorgt, dass man sich mit Rock ’n’ Roll auch die Haare föhnen kann

Wir schreiben das Jahr 1966. Indira Gandhi wird Premierministerin von Indien, der Augenbrauenkünstler Leonid Breschnew Generalsekretär der Sowjetunion, Mao Tse-tung ruft die Kulturrevolution aus, und im Londoner Wembleystadion siegt England über Deutschland. Für die Welt des Rock ’n’ Roll ist ein anderes Ereignis von weit größerer Bedeutung.

An einem Samstag im Herbst 1966 betritt ein junger schwarzer Amerikaner ein Musikgerätegeschäft in der Uxbridge Road im West-Londoner Stadtteil Hanwell. Er testet Gitarren und Verstärker. Den Tipp hat ihm Mitch, der Drummer seiner Band, gegeben. Der hatte, wie so viele Londoner Trommler, mal Schlagzeugunterricht beim Ladeninhaber, einem Gene-Krupa-Epigonen, genommen.

Es heißt, es gäbe nicht nur gute Drum-Kits hier, sondern auch gute Verstärker, sehr gute Verstärker.


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