Neue Kinderbücher

Kurz besprochen: Tiere verschwinden, aber der Reim wird bleiben

Feuilleton | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Kinderreim

Allerleirauh. Viele schöne Kinderreime versammelt von Hans Magnus Enzensberger. Insel, 382 S., € 25,70

Der Kinderreim "kennt kein Copyright, nimmt sich, was ihm gefällt“. Am archaischen Humor des Reims scheitert jede Ideologie, meint Hans Magnus Enzensberger, dessen wunderbare Kompilation von 1961 soeben neu verlegt wurde. Und: "Er wird gebraucht.“ Hilft er doch nicht nur Eltern, ihre Kinder zu unterhalten oder zu beruhigen, sondern auch Kindern, nämlich dabei, sich selbst und die Welt zu entdecken.

Enzensberger stellt sich in die Tradition von "Des Knaben Wunderhorn“, der ersten deutschsprachigen Sammlung von Kinderversen (1808). Dass er die Ausgabe mit 391 Holzschnitten vornehmlich von Thomas Bewick (1753-1828) illustriert, hängt mit seiner Bewunderung der "Chap-Books“ zusammen. Im Vergleich mit dem spleenigen britischen Humor kommt der deutschsprachige Kindervers "rustikaler, zuweilen plump und unförmig, fast immer aber starkfarbig und herzhaft“ daher. Ein Beispiel


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige