Nüchtern betrachtet 

Was tun, wenn man des Morgens fröstelt?

Feuilleton | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

April ist wirklich ein grausamer Monat. Während der ersten warmen Märztage hat man die Wintersachen weggeräumt, weil man die eh nicht mehr braucht und die Heizung abgeschaltet, weil es eh schon Zeit war. Und jetzt das. Jeden März hat man ein schlechtes Gewissen, weil man noch heizt. Bereits in der Märzkälte beginnt das Über-Ich, Terror zu machen und mit dem Entzug der Heizerlaubnis zu drohen - grad so, als hätte man zu einem bestimmten Stichtag das Recht zu frieren verwirkt, ganz unabhängig davon, wie viel Grad es draußen hat. Sobald man dann die Heizung tatsächlich runtergefahren hat, merkt man natürlich, dass Wohnungen die Kälte speichern - und zwar sowohl aktiv als auch passiv: Ist es draußen kalt, ziehen sie Kälte an, ist es draußen warm, bunkern sie die tiefen Temperaturen der vorangegangenen Periode. Physikalisch ist das damit zu erklären, dass Kältemoleküle die semipermeablen Mauern der Häuser leichter durchdringen, wohingegen Wärmemoleküle bekanntlich unglaublich


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