Der Graben des kleinen Mannes

Stadtleben | Ortsbeschau: Birgit Wittstock Fotos: Heribert Corn | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Wie die Meidlinger Hauptstraße, die Einkaufsstraße der Arbeiterschaft, im Stillen zur Erfolgsgeschichte des Bezirks wurde

Es ist einer dieser tristen Aprilnachmittage, und Georg Melkus blickt aus dem Eissalon Michelangelo hinaus auf das verregnete Meidlinger Platzl. Dort spannen Leute ihre Schirme auf, und Melkus wirkt ein wenig wütend, wie er ihnen so durch die Auslagenscheibe nachblickt. Seit zwei Jahren wartet er schon, dass das Rathaus diese triste Straße da draußen endlich saniert. Das Pflaster ist unterspült und so locker, dass manche Steine bei Regen im Boden versinken, die Sitzbänke so morsch, dass sich kein Pensionist draufsetzen sollte. "Nein“, sagt Melkus, "ich will die Straße nicht schlechtmachen. Aber da gehöre endlich etwas gemacht.“ Die Stadt müsse den Wert dieser Straße erkennen.

Georg Melkus ist Obmann des Vereins "Einkauf in Meidling“. Hört man Melkus zu und spaziert über die Meidlinger Hauptstraße, diese "Einkaufsstraße der kleinen Leute“, erfährt


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