Die vergessenen Kinder

Steiermark | Recherche: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 16/12 vom 18.04.2012

Pro-Juventute-Betreuer sollen Kinder gequält haben. Es ist auch eine Geschichte des Behördenversagens

Eng aneinandergeklammert betreten Gundula H. und ihr Mann Michal den Verhandlungssaal im Straflandesgericht Leoben. Frau H. hatte die Familienwohngruppe der Pro Juventute im obersteirischen Bad Mitterndorf geleitet, sie, ihr Ehemann, ihre Adoptivtochter und zwei Sozialpädagogen werden beschuldigt, fünf Kinder drei Jahre lang vernachlässigt und gequält zu haben, das jüngste war zu Beginn zwei Jahre alt. Der Staatsanwalt verliest die Anklageschrift: Demnach wurde den Kindern immer wieder Wasser und Essen vorenthalten, sie mussten haufenweise Würfelzucker oder stark gepfefferte Eier hinunterwürgen, dies etwa als Strafe für angeblichen Schokoladendiebstahl. Die Leiterin sperrte ein Mädchen zur Strafe in eine finstere Kammer. Eine Betreuerin zwang ein Mädchen, ihr Erbrochenes zu essen, ein angehender Sozialpädagoge ließ dasselbe Kind einen Regenwurm essen. Auch setzte es Ohrfeigen


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