Meinesgleichen

Odin, schau oba: Strache hält das Böse von uns fern

Falter & Meinung | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Den Satz "Das Böse ist der Preis der Freiheit“ habe ich beim Philosophen Rüdiger Safranski gelesen. Was er wohl zum Satz "Die Bosheit ist der Preis der Freiheitlichen“ sagen würde? Safranski sprach davon, dass erst durch die Freiheit, gut oder böse handeln zu können, das Böse überhaupt begreifbar wird. Wie aber sollen wir Heinz-Christian Strache begreifen, der von seinem zweiten Vornamen immer mehr vereinnahmt wird, obgleich er als Deutschnationaler damit seinen nordischen Göttern untreu wird? Odin schau oba, auf diesen Tänzer mit zwei verschiedenen Beinen, einem christlichen und einem heidnischen!

Eine dritte Art von Fuß hat Strache sicher nicht, nämlich den Bocksfuß. War man bereit, seinem Vorgänger Jörg Haider allerlei diabolisch-dämonische Eigenschaften zu attestieren, hat man als Beobachter Straches dieses Bedürfnis nicht. Er selber jedoch scheint es dauernd zu spüren, bald imitiert er mit dem Kreuz in der Hand einen Prediger der Gegenreformation, bald beschwört er das "Abendland in Christenhand“, egal ob das dem Kardinal gefällt oder nicht. Auf Straches Facebook-Seite ist nun ein neuer ikonografischer Höhepunkt der Verchristlichung des wehrsporttreibenden Paintballesterers zu bestaunen. Sein Bewunderer "Richi Benz“ aus Salzburg stellte ein Bild des mit Satan persönlich armdrückenden Hazeh ins Netz. Text: "Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes … H.C. Strache ist das Volk!“ Kommentar Strache: "Dem Volk sein Recht. Direkte Demokratie sofort :-)“


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