Kommentar

Wieso es falsch ist, den Dr.-Karl-Lueger-Ring umzubenennen

Geschichte

Falter & Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Damnatio memoriae“, lateinisch für Verdammung des Andenkens, heißt es, wenn eine Gesellschaft beschließt, die Erinnerung an eine Persönlichkeit auszumerzen. Die Römer hackten Statuen verhasster Herrscher die Köpfe ab. Stalin ließ Fotografien retouchieren, um einstige Weggefährten aus der Geschichte zu tilgen.

Kaum ein moderner Politiker will sich noch mit Jubelbildern oder Büsten verewigen, es bleiben oftmals nur Straßennamen, durch die Schichten unserer Vergangenheit durchschimmern. Oder auch nicht.

Wien hat sich - wohl nicht zufällig einen Tag vor Hitlers Geburtstag am 20. April - einer seiner umstrittenen historischen Adressen entledigt. Der Abschnitt des Rings zwischen Stadiongasse und Schottentor heißt zukünftig nicht mehr Dr.-Karl-Lueger-Ring, sondern Universitätsring.

Karl Lueger, Wiens Bürgermeister von 1897 bis 1910 und Begründer der christlichsozialen Partei, war in der Tat ein bekennender Antisemit, Antiliberaler und Wissenschaftsverächter.

Er war mit diesen Einstellungen


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