Der durchleuchtete Arzt

Politik | Bericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Datenschützer und die Ärztekammer warnen vor einem schwunghaften Handel mit Patientendaten

Kürzlich fand der Wiener Arzt Jochen M. einen merkwürdigen Brief in seinem Postfach. Ein Unternehmen bot ihm Geld. "EUR 432, für Sie!“, stand da. Er könnte sich das Geld jetzt mit einer Studie spielend leicht dazuverdienen. Doktor M. stutzte. Der Absender war Innomed, die Softwarefirma seiner Arztpraxis. Es klang nach einem exklusiven Deal: "Achtung! Begrenzte Teilnehmerzahl!“

Was aber wollte das Softwareunternehmen von Doktor M.? Wofür bot es 432 Euro? Die Antwort lautete: Patientendaten. Und so wird dieser harmlose Brief zum Politikum. Denn Patientendaten sind für Ärzte so sensibel wie Beichtgeheimnisse für Pfarrer. Wer leidet an Krebs, wer trägt das HI-Virus in sich? Wer schluckt Antidepressiva, wer leidet an ansteckender Hepatitis? Nicht einmal vor Gericht darf das ein Arzt offenbaren. Schon gar nicht darf er sein Wissen zu Geld machen.

Die Daten von Ärzten sind aber nicht nur hochsensibel,


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