Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Politik | Reportage: Ruth Eisenreich | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Nach 13 Jahren kehrt Ute Bock in die Zohmanngasse zurück. Eine Gruppe von Nachbarn fürchtet sich vor den Flüchtlingen, die sie mitbringt

Neger“, brüllt der kleine alte Mann im grauen Anzug, als Alseny Diallo an ihm vorbeigeht. "Dich brauchen wir hier nicht.“ Es ist Diallos erster Eindruck von seiner neuen Gegend, gerade ist er zum ersten Mal auf dem Weg zu dem Haus, in dem er ab Anfang Mai wohnen wird.

Seine neuen Nachbarn kennt er noch nicht, aber sie wissen schon jetzt: Sie wollen Leute wie ihn hier nicht. Seit Monaten kampagnisieren sie, sammeln Unterschriften und schreiben Protestbriefe.

Denn das Haus in der Zohmanngasse im zehnten Bezirk, in das Alseny Diallo einziehen wird, hat eine Vorgeschichte. Früher war es ein Gesellenheim der Stadt Wien, bis 1999 hieß die Heimleiterin Ute Bock. Sie nahm hier Menschen auf, die sonst niemand wollte, darunter mehr und mehr Flüchtlinge.

Unter den Bewohnern waren auch Dealer. Irgendwann, so berichten Anwohner, nahm das Drogenproblem überhand,


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