Der Krieg der Ökonomen

Politik | Essay: Robert Misik | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Bis zur Finanzkrise dominierten die neoliberalen Mehr-Markt-Fanatiker. Danach ist kein stabiler neuer Konsens entstanden, sondern Dissens. Was bedeutet das für die Wirtschaftspolitik?

Die Ökonomie, sagt ein alter Witz, ist jene Wissenschaft, in der zwei Forscher den Nobelpreis dafür bekommen, dass sie das genaue Gegenteil herausgefunden haben. Anders gesagt: Sie ist jene Wissenschaft, in der jedes Jahr das exakte Gegenteil von dem richtig ist, was im Vorjahr richtig war. Das unterscheidet die Ökonomie von den exakten Wissenschaften wie Physik, Chemie oder Mathematik, aber noch nicht unbedingt von anderen Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wie Soziologie oder Philosophie. Nur haben Soziologie und Philosophie keinen so direkten Einfluss auf die Politik.

Ökonomen tendieren nicht nur dazu, der Politik zu sagen, was die "richtige“ Wirtschaftspolitik ist, ein scheinbarer Konsens unter den Ökonomen kann politische Meinungsbilder geradezu erzwingen, Meinungsbilder, die nur eine Art


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