Mediaforschung  

Wann treibt’s Sophie endlich mit Peter, Herr Cepko?

Nachfragekolumne

Medien | Katharina Mittelstaedt | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Sophie und Peter kennen sich inzwischen mehr als zwei Jahre, tauschen verheißungsvolle Blicke, flirten - aber es will einfach nicht so richtig klappen. Woran das liegt? An dem ihnen unbekannten Dritten im Hintergrund: Hans.

Hans Cepko ist Kreativdirektor der Agentur Young & Rubicam, die für den heimischen Großseelsorger Wiener Städtische Versicherung die Werbe-Soap über Sophie (Löwe, ledig, mag Pilates), ihre Tochter (Stier, pubertär, mag Facebook) und ihren Nachbarn Peter (Wassermann, ledig!, mag Reisen) konzipiert. Drei undifferenzierte Charaktere, ein Haus, absehbares Ende: Stoff, der für Seifenopern gemacht ist. Und so plätschert seit dem Jahr 2010 eine Episode nach der anderen dahin, die Spannung ist groß, doch Sophie und Peter geißeln sich - aus werbetechnischem Kalkül. Im neuesten Spot bleiben sie gemeinsam im Aufzug stecken. Da geht doch was, möchte man meinen. Fehlanzeige. Nicht einmal die Tochter hilft den beiden Steckengebliebenen. Die Botschaft: Auf Kinder ist kein Verlass, es braucht Pensionsvorsorge.

"Jede Episode hat den Anspruch, ein eigenständiger, starker Spot zu sein. Dass die Zuseher wissen wollen, wie die Geschichte weitergeht, ist unser Zusatznutzen“, sagt Cepko, der inzwischen Anfragen für Autogrammkarten der Darsteller bekommt. Aufgrund des Erfolgs verrät er zumindest so viel: Heuer wird zwischen den beiden nichts mehr passieren. "Wir schüren die Glut, so lange sie brennt.“ Und der aufmerksame Medienkonsument weiß: Soaps laufen ewig.


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