Technik  

Hilfe, wo ist die nächste Steckdose?

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Wie viele Prozessorkerne hat Ihr Handy? Könnten Sie auf Anhieb die Taktfrequenz angeben? Wahrscheinlich ist Ihnen das ziemlich egal. Hauptsache, das Ding funktioniert. In der Smartphone-Branche geht derzeit der Geschwindigkeitswahn um. Was an innovativen Ideen fehlt, soll schiere Leistung ausgleichen.

Das erste Quadcore-Handy kommt nun von HTC. Mit vier 1,5-Gigahertz-Prozessoren hat es zumindest theoretisch eine doppelt so hohe Rechenleistung wie die bisherigen Dualcore-Geräte. Von so viel Speed profitieren in erster Linie die Spielefans. Allerdings kann das HTC One X (599 Euro) viel mehr als Geschwindigkeit.

Es hat einen gewaltigen 32-Gigabyte-Speicher, wenn auch ohne die Möglichkeit der Erweiterung. Das extrem scharfe, kontraststarke 4,7-Zoll-Display ist ein Highlight für alle, die auf riesige Bildschirme stehen, unter anderem bietet es Platz für eine großzügige virtuelle Tastatur. Dazu gibt es eine ordentliche 8-Megapixel-Kamera mit Geotagging, Gesichtserkennung und diversen anderen Features.

Die hohe Leistung hat ihren Preis: Der Akku des Handys hält Tests zufolge gerade mal zwei Tage durch, bei sparsamem Gebrauch - aber bekanntlich suchen auch iPhone-Besitzer gern die Nähe von Steckdosen. Natürlich fragt sich, wer ein solches Power-Smartphone braucht. Aber: Das HTC One X ist ein gutes Gerät - und eine wirkliche Alternative zum iPhone. Und irgendwann wird den Herstellern auch wieder etwas Neues einfallen, statt nur die Leistung in die Höhe zu treiben.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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