Ohne Titel


Abstraktion: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Farbfelder statt Genderpolitik: warum junge Künstler den Formalismus der Nachkriegszeit so geil finden

Das Rechteck ist wieder da. Eine jüngere Generation von Künstlerinnen und Künstlern bedient sich abstrakter Ausdrucksmittel, erweist der Anmut der Geometrie und des Farbfelds ihre Reverenz.

Der polnische Maler Rafał Bujnowski (Jg. 1974) zeigt in der Kerstin Engholm Galerie Bilder, die aus mehreren Farbflächen bestehen. Er spannt die Reste als misslungen befundener Leinwände zu einem neuen, grün-schwarz-grauen Patchwork zusammen; ein kleines Eck der weißen Leinwand bleibt ausgespart. Hier wird auch nur mit Wasser gekocht, scheint der Künstler dem Betrachter mitteilen zu wollen. Anders als die abstrakten Maler der 1950er-Jahre, die in Quadraten und Kreisen höhere Mächte am Werk sahen, möchte diese Kunst nicht erhaben wirken.

Eine Spur weihevoller geht es in der Galerie Emanuel Layr zu. Hier präsentiert der Österreicher Nick Oberthaler (Jg. 1981) aus hoch- und querformatigen Rechtecken

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