Ein Wiener Café in New York

Feuilleton | Würdigung: Michael Omasta | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Eine Biografie widmet sich dem großen jüdischen Entertainer Hermann Leopoldi

Mit großer Geste warf er sich auf die Erde und küsste den amerikanischen Boden. Hermann Leopoldi hatte neun Monate in Dachau und Buchenwald hinter sich, als er am 20. März des Jahres 1939 in New York ankam. Die örtliche Presse wusste solche Demut wohl zu schätzen. Noch am selben Tag erschien in der New York Sun das Foto des überglücklichen Liedkomponisten: "A kiss for the free soil of America - Refugee kisses pier on landing.“

So glücklich er über sein Wiedersehen mit Frau und Tochter in Freiheit fraglos war, so viel erzählt diese Anekdote auch über den Publikumsliebling und genialen Showman Leopoldi.

Das musikalische Talent ist dem anno 1888 als Hersch Kohn in Wien-Gaudenzdorf geborenen "Meidlinger Bua“, wie man so sagt, schon in die Wiege gelegt worden; der Vater, Leopold Kohn, besser bekannt unter dem Künstlernamen Leopoldi, hat seinen Lebensunterhalt als Klavierlehrer und vielseitiger Pianist


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