"Kaiserin Sissi ist fantastisch, nicht?“

Feuilleton | Begegnung: Florian Obkircher | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Der große kanadische Exzentriker Rufus Wainwright kehrt der Oper wieder den Rücken und umarmt die Popmusik

Rufus Wainwright fläzt auf dem weißen Sofa inmitten eines noblen Hotelzimmers. Mit der Linken streift er sich elegant durchs braune Haar, die Beine hat er hochgelagert, die Augen geschlossen. Wie ein erschöpfter Fürst auf seinem Diwan. Er möchte liegen, sagt er. Denn im Liegen lässt es sich besser denken. Außerdem, so durchfährt es ihn plötzlich, sei die Pose doch perfekt für unser Gespräch. Österreich, richtig? Von wegen Freud und so.

Wenn der 38-jährige Kanadier mit solchen Referenzen kommt, hat das weit mehr Substanz als das übliche Namedropping diverser Alpenrepublik-Klischees. Wainwright weiß, wovon er sprich: Franz Schubert ist sein großer Held, am liebsten tanzt er Walzer. Anfang Juli geht ein kleiner Traum des Songwriters in Erfüllung: Er tritt in der Wiener Staatsoper auf.

Und das passt: Wainwright ist eine Lichtgestalt, ein Exzentriker, der vielleicht letzte


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