Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (61)

Stadtleben | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Darf man sich, fragt Leser W., in die Erziehung fremder Kinder einmischen? Herr W. hat der Tochter einer Freundin unlängst "die Leviten“ gelesen.

Kaum einer, der sich bei der Erziehung des eigenen Kindes in die Suppe spucken lassen möchte. Andererseits: Wie oft wünscht man sich bei denen anderer Leute, es hätte beizeiten einer getan! Folgende Faustregel gilt beim Levitenlesen: nur bei - wie auch immer gearteten - gröberen Grenzübertritten! Also dann, wenn Sie auch fremde Erwachsene tadeln würden, nicht bloß bei unliebsamem Gekreische und ähnlichem Kinderkram. Bedenken Sie dabei aber, dass die meisten Kinder Fremdschelte schlichtweg ignorieren; und nicht vergessen: Weil sie keine Erwachsenen in Kleinformat sind, haben sie auch die quasi angeborene Pflicht, Fehler zu machen. Anders die Eltern, die für sie bürgen. Deshalb: Kinder sind immer nur so gut erzogen wie deren Eltern.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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