In Stahlkammgewittern

Stadtleben | Reportage: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Keine Schande: Läuse kommen in den meisten Familien vor. Und viele lassen städtisch entlausen

Das seien keine Läuse, sagt der Mann im weißen Labormantel und fährt mit den Zinken eines Plastikkamms weiter durch das Haar der Kundin. Das seien nur fettige Schuppen, und das würden Läuse nicht mögen. Die Kinder der Frau müssen behandelt werden. Total verlaust.

Man braucht schon etwas Selbstbewusstsein, sich hier im Warteraum der städtischen Entlausungsanstalt auf einem wackligen Bürodrehsessel niederzulassen und den Schmähattacken der Belegschaft auszusetzen. Hier arbeiten nämlich keine Friseure, sondern Desinfektoren. Aber erstens kommt der Schmäh wirklich von Herzen, und zweitens ist man nach der Behandlung garantiert lausfrei. Zumindest bis zum Tor des pittoresken Ziegelbaus im Wiener Arsenal. "Darüber hinaus könne er für nichts garantieren“, sagt Andreas Flaschner, Leiter der Desinfektionsanstalt.

In guten Jahren werden hier 8000 Entlausungen vorgenommen. Während früher


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