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Kein Durchblick

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Seit die Reformzwillinge Franz Voves (SP) und Hermann Schützenhöfer (VP) verkündet haben, dass sie die Umweltzone wollen, kochen die Emotionen hoch. Eine Facebook-Seite gegen die Zone hat mehr als 4000 Fans. Die FPÖ, deren Landesrat eigentlich zuständig ist, sammelt Unterschriften "gegen diesen Wahnsinn“.

Einen bemerkenswerten Zickzackkurs fährt auch die SPÖ: Der Landeshauptmann verlangt die Zone, die Grazer Stadträtin Martina Schröck spricht sich nun dagegen aus und will die Park-and-Ride-Parkplätze am Stadtrand ausbauen. In zwei Jahren soll dann eine Art Citymaut kommen. Schröck will diese zwar nicht so nennen, ihr fällt aber auch kein anderer Name dafür ein.

Zur Klarheit trägt auch nicht bei, dass jeder Studien zitiert, wie sie ihm gerade in den Kram passen. Dazu kommt, dass Schwarz-Grün erst im Juni mit Fakten herausrücken will. Kritiker meinen, die Zone sei sozial ungerecht und wirkungslos. Eine Citymaut wäre womöglich eine Alternative, da sie nicht jene bevorzugt, die sich ein neues Auto leisten können. Klar, wer das nötige Kleingeld hat, kann auch eine Maut leichter bezahlen. Aber zumindest schwemmt sie Geld in die Stadtkassen, mit dem die Öffis ausgebaut werden könnten.

Autofahren ist nie gerecht, denn es ist immer für jene leichter leistbar, die mehr Geld haben - man denke an die hohen Spritpreise. Autofahren verpestet die Luft, der Großteil des gefährlichen Ultrafeinstaubs stammt aus den Auspuffen. Grazer sterben deswegen früher, ihre Kinder husten öfter, das trifft selbst jene Grazer, die gar kein Auto haben. Ist das gerecht? Die bevorstehenden Wahlen vernebeln leider den Blick auf diese Fakten.

Donja Noormofidi ist Redakteurin im Steiermark-Falter


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