Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Topfenhölle

Kolumnen | Heidi List   | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Sandstrandurlauber wissen, was gemeint ist: Nichts ist schlimmer, als wenn es kratzt im Bett. Lässt sich auch gut daheim produzieren. Geeignete Nahrungsmittel für das ultimative Urlaubskratzgefühl im eigenen Bett sind Toast, Cracker, überhaupt Kekse aller Art. Aber das Ärgste, der Abturner Nummer eins, der absolute No-go-Sieger ist: gebröselter alter Topfen, den man am Abend zuvor an irgendeiner entzündeten Stelle aufgelegt hat. Der kratzt dann auch, eingetrocknet wie er ist, und riecht überdies nach Verdammnis. Und zwar noch lange, wenn man Pech hat, auch nach dem Waschen des Bettzeugs. Eingetrockneter Topfen sollte unter Massenvernichtungswaffen gereiht werden.

Woran erkennt man den liebenden Partner in einer eingetrockneten Topfensituation ohne absehbares Ende? Ich leg mich trotzdem zu dir, Schatz. Macht nichts, dass es im Bett nach Siechtum riecht. Alles wird gut. Oder so ähnlich.

Man erkennt ihn nicht daran, dass er verreist, unterwegs in frisch überzogenen Betten schläft und hie und da anruft, um über neueste kulinarische Entdeckungen zu berichten. Gruß aus der Topfenhölle.


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