Kritiken

Ein endloser Streit mit einem Schuss Morphium

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Das autobiografische Stück "Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’Neill schildert 24 Stunden aus dem Leben seiner problembehafteten Familie: Die Mutter ist morphiumsüchtig, der Bruder Alkoholiker, er selber an Tuberkulose erkrankt. Sein Vater, ein bekannter Schauspieler, will ihm kein teures Sanatorium finanzieren. Dass hier ein Konflikt ausgetragen wird, ist in Torsten Fischers Inszenierung, der man zwischendurch weniger große Gesten wünscht, auf allen Ebenen zu spüren: Die Familie Tyrone streitet nicht nur verbal, sondern auch körperlich. Dazwischen wird es auf der sterilen Bühne verwegen: Ein grün blinkendes Apothekenkreuz erscheint am schwarzweißen Hochhaus-Hintergrund, Marianne Faithfull singt "Sister Morphine“, und die Mutter (Ulli Maier) setzt sich einen Schuss. Big Drama.

Theater in der Josefstadt, Mi 19.30


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