Musiktheater  Kritik

Viele Alban-Berg-Versatzstücke

Lexikon | aus FALTER 17/12 vom 25.04.2012

Die Neue Oper Wien wartete mit der Uraufführung von "Woyzeck 2.0“ auf, dem Sieger des Wettbewerbs des Musikverlags Doblinger. Markus Lehmann ist ein versierter Komponist, besonders für den Film. Bei seiner Oper nach einer Novelle von Michael Schneider versuchte er sich an psychodramatischem sängerischem Espressivo. Die Hauptdarsteller (eine Schauspielerin und ein wegen Mordes Eingesperrter) singen Briefe gleichzeitig, sie telefonieren oder schicken einander Mails. Dazwischen gibt es slapstickartige Probensituationen, in denen der Regisseur Schauspieler zur Sau macht. An "Wozzeck“-Zitaten mangelt es nicht, aber die Musik kann kaum bestehen. Vor allem gegen Ende zu gibt es illustrative Plattitüden. Die Hauptdarstellerin Jennifer Davison ist aber ein veritabler lyrischer Sopran. HR

Kammeroper, bis 25.4., 19.30


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