"Piraten sind nicht kritisch genug“

Politik | Interview: Ingrid Brodnig | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Evgeny Morozov fürchtet, dass die junge Partei zum Werkzeug der Konzerne werden könnte

Bizarr, verrückt, naiv - all diese Worte fallen im Interview. Evgeny Morozov beobachtet die europäischen Piraten mit großem Interesse, manch einer Argumentation kann sich der Internetforscher und Buchautor aber so gar nicht anschließen. Ein Gespräch über das Netz als Ersatzreligion und fehlenden politischen Weitblick.

Falter: Herr Morozov, viel wird derzeit über die Piratenpartei diskutiert. Gibt es in unserer Demokratie Platz für eine Partei, die sich hauptsächlich auf eines konzentriert - das Internet?

Evgeny Morozov: Ich würde gar nicht sagen, dass die sich auf das Internet konzentrieren, sondern eher auf die Freiheit im Netz. Es ist ganz normal für Parteien, Freiheit zum Thema zu machen, das ist ein klassisches liberales Anliegen. In Zukunft wird Technik jeden Bereich unseres Lebens durchdringen. Man wird nicht mehr rausgehen und Milch kaufen, sondern der smarte Kühlschrank wird merken,


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