"Die Freiheit wird ein Ende haben“

Politik | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Der Politologe Colin Crouch fürchtet, dass das Internet zum Instrument der Mächtigen wird

Colin Crouch, 67, ist einer der bekanntesten Kapitalismuskritiker der Welt. Seine beiden Bestseller "Postdemokratie“ und "Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus“ gelten mittlerweile als Manifeste, die das Unbehagen am Kapitalismus auf den Punkt bringen (siehe Seite 20).

Falter: Herr Crouch, in Europa, vor allem in Deutschland, wird zurzeit sehr viel über die Piratenpartei und die Rolle des Internets diskutiert. Warum ist dieses Thema in der Öffentlichkeit so präsent?

Colin Crouch: Auf diese Frage gibt es eine pessimistische und eine optimistische Antwort. Die pessimistische ist: Viele Menschen sind zunehmend der Überzeugung, dass unsere Demokratie einfach nicht mehr funktioniert, und deshalb sehnen sie sich nach etwas Neuem. Das Internet steht für dieses Neue, und sie verbinden damit die Heilserwartung, die Demokratie neu erfinden zu können.

Was wäre die positive Antwort?

Crouch: Man


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