Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Töchtertag: Was der Papa kann, kann sein Mädchen schon lang

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Schulmädchen in Montageanzügen wuchten Reifen, schwenken den Kranarm und klettern durchs Kanalrohr. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) hat einen Helm auf dem Kopf und schaut zu. Am "Töchtertag“ schnuppern Schülerinnen von elf bis 16 Jahre in Berufe, die bisher nach Testosteron rochen. Ziel der Aktion: Mädchen sollen sich für Berufe begeistern, in denen ihre Papas Geld verdienen. Die bringen nämlich meist mehr Kohle und damit mehr Unabhängigkeit als die klassischen "Frauenberufe“ à la Friseurin.

Frauenberger spricht von wachsendem Interesse an der Aktion, am 11. Töchtertag schnuppern mehr als 3000 Mädchen in 179 Betrieben. Etwa die Hälfte der Mädchen arbeitet wirklich im Betrieb des Vaters. Die anderen - wie die Gymnasiastin Saskia - wollen sich einfach einmal so "Männerberufe“ angucken. Nachdem sie aus dem Kanalrohr gekraxelt ist, sagt sie: "Ich würde lieber in einem sozialen Beruf arbeiten.“ So wie ihr Vater.


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