Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Der Ehrenpräsident des Kameradschaftsbunds will kein "Dolm“ sein

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Volker Zimmermann, Ehrenpräsident des Kameradschaftsbundes, strengt einen skurrilen Prozess gegen den Falter an. Er begehrt nicht nur die "Einziehung“ des Blattes, er will auch erwirken, dass die Bezeichnung "Dolm der Woche“ als Kreditschädigung verurteilt wird. "Die Bezeichnung des Antragstellers als Dolm ist eine Beschimpfung (...), weil sie dem Antragsteller unterstellt, dass er über Probleme nicht nachdenken würde und (...) ein Dummkopf wäre“, so die Klage.

Der Falter wird den Wahrheitsbeweis antreten. Zimmermann skandalisierte im "Report“ die Pläne der Regierung, auf dem Heldenplatz ein Denkmal für Wehrmachtsdeserteure aufzustellen. Wörtlich sagte er: "Wenn Desertion als Kavaliersdelikt bezeichnet wird - ich muss nur finden, das Regime passt mir nicht -, dann kann ich einen Persilschein bekommen, jederzeit wegzugehen. Das geht eben nicht. Und da darf man auch kein optisches Signal dafür setzen.“

ORF-Journalist Peter Babutzky setzte nach: "Aber ist es nicht sehr unangebracht, das Naziregime mit der heutigen Zweiten Republik zu vergleichen?“ Zimmermann: "Natürlich. Das Naziregime ist ein Horror gewesen, ja, es ist schrecklich. Aber es gibt Leute, die finden das, was wir jetzt haben, auch schrecklich.“


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