Schlachthof 223

Feuilleton | Rezension: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Manfred Wieninger rollt das SS-Massaker an ungarischen Juden nahe Persenbeug 1945 als Dokufiction auf

Die von dem Opel angeführte Marschkolonne hat knapp eine Stunde gebraucht für den Anstieg zu dem kleinen, langgestreckten Holzhäuschen, das isoliert und dunkel liegt. Keine 30 Meter davon entfernt befindet sich ein tiefer Graben, dessen Böschungen ziemlich steil sind. Von der Basis dieses Einschnittes in das Gelände werden die 65 jüdischen Männer mit herrischem Schreien und Fluchen, mit Fußtritten und Kolbenhieben in den Graben hineingetrieben. (…) Alles in allem ein perfekt gewählter Ort für ein Massaker, und auch die zehn im Abschlachten von Menschen höchst erfahrenen SS-Männer beherrschen die Choreografie des Massenmordes perfekt. Sie arbeiten so routiniert wie Fleischhauer in einem Schlachthof (…).“

In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945, in den Wirren der letzten Kriegstage, verübte ein SS-Rollkommando in der an Persenbeug angrenzenden Gemeinde Hofamt Priel ein Massaker

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