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Feuilleton | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Kurz besprochen: Humor zwischen Hochkomik und Halblustigkeit

Lesebuch

Heiko Arntz (Hg.): Der komische Kanon. Deutschsprachige Erzähler 1499-1999. Galiani, 751 S., € 51,40

Fay Weldons ebenso dummes wie beliebtes, Klischees affimierendes "Bonmot“, ein Buch über deutschen Humor müsse wohl sehr schmal sein, begegnet Herausgeber Heiko Arntz mit diesem 750-Seiten-Wälzer. Der umfasst sogar einen lateinischen Text (vom studierten Bauernsohn Heinrich Bebel, 1472-1518) und rund 130 Autoren, darunter sehr viel mehr Männer als Frauen, sehr viel mehr Österreicher als Schweizer sowie einen unter 50 Jahren (Simon Borowiak).

Dass Thomas Bernhard fehlt, hängt einem Gerücht zufolge damit zusammen, dass der sich nicht als komisch empfand - was nun wirklich gegen seinen Humor spricht. Als jüngster Ösi hat es Wolfgang Bauer in den Kanon geschafft, gefolgt von dem um zehn Jahre älteren Robert "Telemax“ Löffler. Am meisten zu entdecken gibt’s wohl in der Frühzeit, z.B. Johannes Paulis (1455-1530)


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