Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Benimmfibel für Großstadtmenschen (62)

Frau G. möchte wissen, wie sie ihrer schwatzhaften Friseurin demonstrieren kann, dass sie keine Lust auf weitere Gespräche hat, ohne diese zu vergraulen.

Während man mittels gekonnter Kopfmassage gefügig geknetet wird und gerade dabei ist, sich herrlich zu entspannen, beginnt das Frisierpersonal Konversation zu treiben. Die Fragen drehen sich meist um belanglose Themen wie das Wetter oder den letzten/nächsten Urlaub. Friseurlehrlingen wird offenbar gesagt, sie müssten die Kundschaft unterhalten. Das Feingefühl, wann Stille gewünscht ist, lehrt man sie hingegen nicht. Pariert man nun die Fragen höflich mit Ultrakurzantworten, folgt meist - strafverschärfend - ein ausschweifender Exkurs zu den Lebensthemen des Gegenübers, dem man schutzlos ausgeliefert ist. Das muss nicht sein! Es gibt hier wunderbare Abhilfe: das Buch. Beharrliches Lesen hat noch jede Unterhaltung zum Erliegen gebracht!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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