Wien, wo es isst  Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Enkplatz: altes Simmering, neues Simmering

Stadtleben | Lokalaugenschein: Florian Holzer | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Simmering ist der Bezirk Wiens mit der jüngsten Bevölkerung. Und alle haben tiefergelegte Autos mit Rennauspuffen. Die Dichte von Handyshops und Nagelstudios ist enorm. Auf der Mautner-Markhof-Anlage gab’s vorige Woche den Spatenstich für ein neues Wohnprojekt. Ein paar großartige Referenzen des alten Simmering gibt’s aber noch, sie zählen zum Stimmungsvollsten, was die Wiener Beislszene zu bieten hat: das Weinhaus Hochmayer, von einer seit mindestens 60 Jahren währenden Unberührtheit, dass einem der Atem stockt.

Die Schank mit Marmorplatte, die alte Kassa, der schwarze Holzboden, die zierlichen Fliesen, die Tafel mit den Tagesgerichten: Wahnsinn. Der Wein stammt von der Kooperative aus Pulkau, wo Familie Hochmayer Weingärten hat. Das Publikum ist alt, der Verdacht drängt sich auf, dass die Leute gar nicht wissen, welchen Schatz sie da haben.

Vier Gassen weiter, am Rand einer riesigen Gstättn, fast schon unwirklich idyllisch, der Barbanek. 1882 steht auf dem Hexenhäuschen,


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