Heidi List  Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Liebesmöbel

Kolumnen | aus FALTER 18/12 vom 02.05.2012

Man darf nicht schadenfroh sein. Trotzdem, ich komme aus dem Wiehern nicht raus, wenn ich an die Freundin und ihren Lover denke. Gebückt, beide. Mit schmerzverzerrten Gesichtern.

Was war passiert? Sie haben sich ein sehr schönes, sehr teures und natürlich aus nachhaltig geholzten Materialien gefertigtes Gartenmöbel gekauft, so ein riesiges Hängemattensitzding mit Gestell. Quasi ein Selbsthänger oder so. Das stellten sie aber mangels Garten in das Schlafzimmer und verwendeten es dort, gleich zur Einweihung, als Liebesmöbel. Sie hätten auf das angegebene Höchstgewicht achten müssen, nach der dritten Nummer krachte das Ding in sich zusammen, und die beiden mit ihm. Und ach, die Beine der Dame standen eigenartig in alle Richtungen - und sahen daher nicht gut aus. Die Rettung musste kommen. Mit einem freundlichen, möglichst nichtssagenden Lächeln transportierten sie die Dame ab, die wusste, dass sie heute am Stammtisch bei denen der absolute Treppenwitz sein würde. Drei Wochen Gips, pro Nümmerchen eine. Wenn sie das liest, werde ich bereits die Pest am Arsch haben, ich weiß.


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